Waiblingen, CDU, Stadtverband, Rems-Murr-Kreis
Eine herbe Enttäuschung hat die Stadt und den Gemeinderat erreicht: Bisher gingen wir davon aus, dass nach Inbetriebnahme des Krankenhauses der Zentralversorgung in Winnenden ab November 2013 und dem sukzessiven Abbruch des alten Kreiskrankenhauses in Waiblingen das freiwerdende Krankenhausareal neben einer attraktiven Wohnbebauung für das neue Justizzentrum aus zentralem Grundbuchamt und großem Amtsgericht genutzt werden kann.

Derzeit ist das Amtsgericht WN auf vier Gebäude in der Stadt verteilt. Diese Nachnutzung des Krankenhausareals steht nach Auskunft des Finanzministeriums in den Sternen: Frühestens 2018/19 könnte an ein Justizzentrum gedacht werden. Als Interimslösung könnte nun das zentrale Grundbuchamt im Appartementhaus auf dem Krankenhausareal in Miete untergebracht werden. Die dort derzeit bestehende zentrale Notfallpraxis würde dann in die Räume der Zentralklinik am Postplatz umziehen. Für den fünfgruppigen Kindergarten, der im Appartementhaus untergebracht werden soll, müsste nun ein separates Gebäude errichtet werden.

 

Erfreulich ist dagegen, dass der Gemeinderat mit großer Mehrheit die Bebauungspläne „Entwicklungszentrum - Gewerbegebiet Brücklesäcker IV“ und „Brücklesäcker IV - Erweiterung Ost (Parkierungsanlage“ in Neustadt auf den Weg gebracht hat. Die weltbekannte Firma Stihl beabsichtigt, auf dem bestehenden bebauten Betriebgelände in einem 1. Bauabschnitt anstelle der Stellplatzanlage ein Hochregallager mit neuem Logistikzentrum ( ca. 13 000 m² ) zu errichten und das bestehende Entwicklungszentrum baulich zu erweitern (ca. 9 000 m²) sowie 1 140 Parkplätze neu anzulegen. In einem 2. Bauabschnitt sollen bis 2020 die Montagehalle erweitert und ein neues Gebäude für die Kunststofffertigung entstehen. Damit werden ca. 1 300 neue Arbeitsplätze geschaffen und die Wirtschaftkraft von Waiblingen gestärkt. Natürlich ist die zunehmende allgemeine Lärmbelastung am Erbachhof, in der Neustädter Hauptstraße und im Schärisweg nicht zu unterschätzen. Im Rahmen der Abwägung der Interessen der Anwohner/innen und der Belange der Wirtschaft braucht die Firma Stihl im harten Wettbewerb Entwicklungsmöglichkeiten. Dem kann sich die Stadt und der Gemeinderat bei allen Verständnis für Anliegen der Anwohner/innen nicht verschließen. Wir können auf Arbeitsplätze und die Gewerbesteuer nicht verzichten, wenn wir unsere gute gesamtstädtische Infrastruktur halten wollen. Es muss jetzt jedoch intensiv und zeitnah über die dringend notwendige Ostanbindung diskutiert und entschieden werden.

Dr. Hans-Ingo v. Pollern

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